Twitter und die Zahlenmystik

Von: Christian Tawfik am Freitag, 17. April 2009 11:43

Den Usern auf Twitter wird oft nachgesagt, dass sie ein seltsames Völkchen sind. Das wundert mich jetzt nicht besonders, weil was ist denn Twitter? Wer es nicht nutzt kann sich nur schwer was drunter vorstellen. Wenn ich hier @RobLen (ja, so schauen Twitternamen aus) zitieren darf:

  1. Twitter kann man nicht erklären, man muss es ausprobieren.
  2. Den Sinn von Twitter muss jeder für sich selbst erkennen.

Wenn ich hier jetzt sage, dass Twitterer auch einen Hang zur Zahlenmystik haben, dann passt das ja ganz gut ins Bild, oder?

Gestern hielten einige Angehörige dieser besonderen Spezies, ich zähle mich auch dazu, im Wiener Museumsquartier vor der WienWeb2.0 Wall ein TweetUp ab. Klingt total wichtig, bedeutet aber nichts anderes als: wir haben uns persönlich getroffen.

3fache Zahlenmystik auf Twitter

Den besonderen Anlass gab die Zahlenmystik. @Digiom, @RobLen und ich selbst (@toughIQ) wollten unsere Tweets mit den Nummern 5555, 2222 und 888 zelebrieren. Das Ergebnis sieht dann so aus. Weltbewegend, nicht wahr?

Aber geht da noch mehr? Kann man diese Zahlen noch weiter mystifizieren? Na klar geht das. Wie auf dem Screenshot rechts gut zu erkennen ist sind die drei Tweets auch hintereinander, ohne “fremde” Einträge zu sehen. Ein Wunder?

3fach Mystik by @Digiom

 

@Digiom hats noch weiter getrieben und die Zahlenmystik auch innerhalb ihres Profils ausgereizt.

255, 555 und 5555 sind doch nette Zahlen. Die 189 Favoriten muss man sich halt wegdenken. Oder man nimmt sie als Maßstab, wie weit man vom Wahnsinn noch entfernt ist. Wenn man über diesen kleinen Lapsus so absolut gar nicht hinwegsehen kann, dann ist das vielleicht ein Anzeichen, dass man den Zahlen bereits total verfallen ist.

Aber nicht nur wir Österreicher haben diesen Twitterspinner. Nein. Das Ganze geht auch noch auf viel höherem und internationalen Niveau. Der US Schauspieler Ashton Kutcher aka @aplusk hat sich mit dem Nachrichtensender CNN (@cnnbrk) ein Wettrennen um den millionsten Follower geliefert. Das Rennen ist bereits vorbei und CNN hat seine Niederlage eingestanden.

Sind da Twitter User jetzt ganz besondere Spinner? Sie jagen irgendwelchen Zahlen hinterher, die nicht einmal eine weltbewegende Bedeutung haben.

Nein. Sie spinnen nicht mehr und auch nicht weniger als der Rest der Menschen. Die Faszination für Zahlen gabs schon immer. Unser Gehirn ist dafür ausgelegt, dass es Muster erkennt. Muster bedeuten Vertrautheit und geben die Möglichkeit, die Dinge einer komplexen Welt zu erfassen. So geben uns auch die Zahlen, die uns regelmäßig umgeben, die Möglichkeit nach Mustern zu suchen. Sei es bei der Lautstärke auf der Steroanlage oder die runde Kilometeranzahl am Tacho. 

Wenn Sie Ihre Zahlenmuster einmal durchbrechen wollen, dann schauen Sie beim nächsten Mal nicht auf das Display Ihres Radios. Musik ist etwas für die Ohren. Lassen Sie also die Augen aus dem Spiel.

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Thema: Gesellschaft, Medien | Kommentare (6)

“Wir sind Wiederholungstäter”

Von: Christian Tawfik am Donnerstag, 26. März 2009 17:11

Die Geschichte wiederholt sich. Früher war es Jörg Haider. Heute ist es Heinz-Christian Strache.

Die Medien stürzen sich bei umstrittenen Politikern, die die beiden genannten definitiv sind, immer darauf, wie etwas gesagt wird. Der Sachinhalt geht in der nachfolgenden Debatte zumeist unter.

Ich lasse an dieser Stelle Frau Dr. Anneliese Rohrer, Kurier, selbst sprechen. Der Ausschnitt stammt aus der ATV Sendung Dokument vom 16. 2. 2009, die anlässlich des Todes von Jörg Haider ausgestrahlt wurde. Über eine – wenn auch späte – “mediale” Einsicht.

Etwas später warf Ewald Stadler ein, dass die Medien HC Strache viel mehr “laufend durchgehen lassen” als seinerzeit Jörg Haider. Anneliese Rohrer gesteht ein: “Die Medien [...] machen mit Strache die gleichen Fehler wie mit Haider. [...] Wir sind Wiederholungstäter in dem Fall.” [weiterlesen ...]

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Thema: Medien, Politik | Kommentare (2)

Medienkompetenz – Aber richtig!

Von: Christian Tawfik am Donnerstag, 26. März 2009 12:18

Ein Artikel in der Basler Zeitung ließ mich aufhorchen: “Schüler lernen Twitter statt Geschichte”.

Die Kurzversion: Britische Schüler sollen in Zukunft den Umgang mit Medien wie Twitter und Wikipedia schon in der Schule lernen. Im Gegenzug soll das Fachwissen über den Zweiten Weltkrieg aus dem Lehrplan gestrichen werden.

Bevor ich mich hier über diesen, meiner Meinung nach, hanebüchenen Schwachsinn auslasse, stelle ich eine Frage in den Raum: Was verstehen die Erfinder dieser Idee unter dem Begriff Fachwissen über den Zweiten Weltkrieg? Wenn es rein um Zahlen, Daten und Fakten geht, wie sie zB in der deutschen Wikipedia zum Thema zu finden sind, dann lasse ich mit mir reden. Hut ab vor jedem Schüler, der schon allein über das Wissen verfügt, dass in dem Artikel angeführt wird. Wenn sie hier streichen wollen, die eine oder andere Schlacht und den dazugehörigen Feldherrn auslassen, meinen Segen haben sie.

Was aber auf keinen Fall angetastet werden darf ist das Wissen, dass zwischen diesen Zeilen steht. Die Hintergründe. Die Ideologie. Was hat zu dieser Entwicklung geführt. Was waren die schrecklichen Auswirkungen dessen. Was sind die Konsequenzen und Lehren, die wir daraus gezogen haben. [weiterlesen ...]

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Thema: Gesellschaft, Medien, Politik | Kommentare (2)

“Rien ne va plus”

Von: Christian Tawfik am Mittwoch, 25. März 2009 16:23

“Nichts geht mehr.“ Hiermit sind die Medien-Börsen-Optionen abgelaufen.

Zum Zeitpunkt des “Börsenschlusses” (25. 3. 2009 – 16:00) gabs 15 Stimmen für Fan-Mails und 11 Stimmen für Hate-Mails. Die Tendenz geht in die richtige Richtung. Armin Wolf berichtet via Twitter über 4 positive und 3 negative Reaktionen.

Die nachstehende Grafik kann sich leider noch ändern, da ich die Umfrage nur löschen, aber nicht für beendet erklären kann.

Danke für die Teilnahme.

Das Interview aus der ZiB2 gibts hier zum Nachschauen.

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Thema: Medien | Kommentare (2)

Kleines Medien-Börsenspiel

Von: Christian Tawfik am Dienstag, 24. März 2009 16:44

Heute Abend hat Armin Wolf wieder einmal HC Strache zu Gast im ZiB2 Studio. Anlass ist das Erscheinen einer unautorisierten Biografie, die die beiden Autorinnen Nina Horaczek (Falter) und Claudia Reiterer (ORF) verfasst haben. Einen Bericht kann man beim Standard nachlesen.

Aber jetzt zu unserem kleinen Medien-Börsenspiel. Hier gehts zu wie in Welt der echten, großen und auch krisengebeutelten Finanzanalysten.

Die Frage: Bekommt Armin Wolf nach dem ZiB2 Itv. mit HC Strache mehr Fan-Mails oder mehr Hate-Mails?

Das ist fast so wie mit den Optionsscheinen an der Börse. Zwei Möglichkeiten. Und das Beste daran: wir können den Erfolg nicht selbst nachprüfen. Wir müssen uns am Ende auf die Aussage von Armin Wolf verlassen, welche der Optionen nun tatsächlich eingetreten ist. Wie am Parkett der zerkrachten Börsen.

[Update 25.3.09-16:00] Die Umfrage ist beendet.
Das Ergebnis kann man hier nachlesen (Link)

Danke fürs Mitmachen.

Zu den Videos aus der ZiB2 einfach …
[weiterlesen ...]

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Thema: Medien | Kommentare (7)