“Wir sind Wiederholungstäter”
Die Geschichte wiederholt sich. Früher war es Jörg Haider. Heute ist es Heinz-Christian Strache.
Die Medien stürzen sich bei umstrittenen Politikern, die die beiden genannten definitiv sind, immer darauf, wie etwas gesagt wird. Der Sachinhalt geht in der nachfolgenden Debatte zumeist unter.
Ich lasse an dieser Stelle Frau Dr. Anneliese Rohrer, Kurier, selbst sprechen. Der Ausschnitt stammt aus der ATV Sendung Dokument vom 16. 2. 2009, die anlässlich des Todes von Jörg Haider ausgestrahlt wurde. Über eine – wenn auch späte – “mediale” Einsicht.
Etwas später warf Ewald Stadler ein, dass die Medien HC Strache viel mehr “laufend durchgehen lassen” als seinerzeit Jörg Haider. Anneliese Rohrer gesteht ein: “Die Medien [...] machen mit Strache die gleichen Fehler wie mit Haider. [...] Wir sind Wiederholungstäter in dem Fall.”
In Anbetracht dieser Erkenntnis stelle ich mir die Frage, ob das Wühlen in Straches Jugendsünden ein Thema der Tagespolitik sein sollte. Für viele Menschen sind diese Themen nichts Neues und verändern auch nicht ihr Weltbild. Egal ob man Pro oder Kontra Strache steht. Jeder bleibt dort, wo er bereits ist. Ich wage sogar zu behaupten, dass Strache Anhänger durch diese Thematisierung in ihrer Haltung bestärkt werden. Alle gegen einen. Der arme HC.
Ein schönes Beispiel für meine Theorie ist das ZiB2 Interview vom 24. 3. 2009. Zum Erscheinen einer Biografie über HC Strache waren die Paintball Aktivitäten wieder einmal Thema bei Armin Wolf.
Ich gebe es ja zu. Der Unterhaltungswert war hoch. Zu sehen wie Strache nach Worten ringt, damit ihm nur ja nichts Falsches rausrutscht. Haider war eindeutig der bessere Redner. Mag auch daran liegen, dass er gebildeter war. Aber wieder zurück zum Interview. Ja klar, Strache hat Küssel getroffen und er hat an, wenn wir jetzt mal nicht Wehrsportübungen sagen, sehr militanten Paintballspielen teilgenommen. Und er hat auch Küssel getroffen. Was wissen wir jetzt mehr darüber als vorher? Strache bezeichnet es als eher zufällige Aufeinandertreffen. Fünf bis sechs Mal. Man muss sich schon in speziellen Kreisen aufhalten, damit man einen heute verurteilten Neo-Nazi “zufällig” so oft trifft. Aber auch das wussten wir von Strache auch schon vorher.
Aber vor lauter Aufregung über seine Vergangenheit ist die Sache mit der Wiedereinführung der Todesstrafe durch den EU-Verfassungsvertrag untergegangen. Strache führt Herrn Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider als Zeugen an. Armin Wolf entgegnet. (Minute 7 im Video)
Was ist jetzt dran an der Sache? Wie siehts wirklich aus? Was steht da wirklich im Vertrag und wie kommen sowohl die einen, als auch die anderen zu ihren Standpunkten. Es geht hier um ein juristisches Dokument. Da kann es nach meinem Dafürhalten keine “Versionen” der Wahrheit geben. Entweder es ist so, oder es ist nicht so. Ja oder Nein. Punkt.
Das ist eine inhaltliche Frage, die beleuchtet gehört. Wie Strache das verpackt ist egal. Straches Sager ignorieren und die Fakten beleuchten.
Darin sehe ich die Aufgabe des Qualitätsjournalismus.
Donnerstag, 26. März 2009 17:16
@ArminWolf "Wir sind Wiederholungstäter" – Einsichten, Ansichten und Gedanken zum Umgang der Medien mit best. Politikern. http://is.gd/p5HX
Freitag, 27. März 2009 18:35
@ArminWolf Ich sehe das HC Itv. ähnlich. Das übliche Rausreden. Keine Fakten. Weder für oder gegen HC. http://is.gd/p5HX